| Neues Buch aus dem Landesarchiv beleuchtet Ahnenforschung aus verschiedenen Perspektiven |
| Geschrieben von: News-Moderator |
| Sonntag, den 25. Oktober 2009 um 21:22 Uhr |
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300 Jahre Familiengeschichte: Dr. Bettina Joergens und Dr. Hermann Niebuhr betrachten eine Familienbibel, die die Chronik ihrer Besitzer von 1684 bis 2007 enthält. Detmold. Die Familienbibel, die Dr. Hermann Niebuhr in Händen hält, ist ein kleiner Schatz. Sie birgt auf den ersten Seiten Aufzeichnungen einer Familie über mehr als 300 Jahre. Aber wie geht man mit dem Inhalt um? Und was sagt er über die puren Familiendaten hinaus? Antworten gibt ein neu erschienenes Buch aus dem Detmolder Landesarchiv. Der erste Eintrag auf den Blanko-Seiten der Bibel stammt von 1684, der letzte von 2007. Die Sätze berichten von Kindern, Eheschließungen, Sterbefällen. Aber auch von anderen Ereignissen, die die Familie prägten. Verwandtschaftliche Zusammenhänge und Chronologie fließen ineinander. "Das beginnt in der frühen Neuzeit und führt später weiter zu Familienarchiven", erläutert Dr. Bettina Joergens diese Art der geschichtlichen Selbstvergewisserung der eigenen Wurzeln Für Familienforscher von heute ist so etwas eine großartige Grundlage, um Verwandtschaftsbeziehungen aufzuspüren. Doch Dr. Bettina Joergens und ihr Kollege Niebuhr aus dem Landesarchiv Detmold setzen sich seit Jahren dafür ein, dass die Genealogen nicht nur an den Stammbaum denken, sondern mit anderen Fragestellungen auf ihr Material schauen. Denn Quellen wie die Familienbibel hüten mehr als nur die Namen, sie können auch zu neuen geschichtlichen Zusammenhängen und Entdeckungen über den sozialen Alltag der Menschen früherer Generationen führen. Mit solchen Fragen zu Biographie und Alltagsgeschichte sowie mit vielen methodischen Themen beschäftigt sich der von Bettina Joergens herausgegebene Band "Biographie, Genealogie und Archive gemeinsam im digitalen Zeitalter". Er umfasst Beiträge zu den "Detmolder Sommergesprächen" der Jahre 2006 und 2007, die ein Forum zum Austausch für die Produzenten von Archivgut, Archivare und Archiv-Nutzer darstellen. Unter diesen Nutzern sind die Familienforscher die größte Gruppe. Sie produzieren ihrerseits wieder Schriftgut für das Archiv mit ganz bestimmten Blickwinkeln. Das findet sich auch in der Geschichte, so hat Bettina Joergens in ihrem Beitrag anhand verschiedener genealogischer Aufstellungen untersucht, aus welchen Gründen diese Ahnenreihen so aufgestellt worden sind, wie wir sie heute vorfinden. Deshalb raten Professorin Dr. Jutta Prieur-Pohl und Dr. Hermann Niebuhr in ihren Beiträgen auch zur kritischen Herangehensweise an die Quellen. Alexander von Plato hingegen widmet sich Möglichkeiten und Grenzen der "oral History", der von Interviewpartnern erzählten Geschichte. Ingrid Schäfer vom lippischen Frauengeschichtsladen spannt diesen Bogen anhand örtlicher Forschungen weiter. Herausgeberin Bettina Joergens hofft, dass das Buch ob seiner Bandbreite bei Familienforschern und Profi-Historikern gleichermaßen Anklang findet. /(te)// / © Lippische Landes-Zeitung, 07.10.2009 um 00:18:01 Uhr http://www.lz-online.de/lokales/detmold_augustdorf/3176764_Was_zwischen_den_Zeilen_steht.html?em_index_page=1 |
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